Aufgepasst und willkommen im Ernährungsdschungel! Paleo, Atkins, Weight Watchers, Nulldiät, Low-Carb, 5:2 Diät und und und. Wer da nicht gleich den Überblick verliert, Hut ab. In den meisten Fällen scheitert die Diät und die Ausgangslage wird sogar noch verschlimmert. Deswegen wird in diesem Post mal ordentlich ausgepackt.

Wohin das Auge reicht erschlagen einen Diätbücher, die als Wunderheilmittel für´s Abnehmen und für mehr Gesundheit angepriesen werden. Allein auf Amazon gibt´s über 14.000 Stück. Unzählige Millionen Euro gehen über die Ladentheke und das Diäten-Business ist über die Jahre hinweg eine wahre Goldgrube geworden. Ständig erscheinen wieder neue Diätformen, die einem das Leben erleichtern sollen, der Erfolg bleibt jedoch meistens aus.

Warum? Eigentlich ist das ziemlich simpel, gleichzeitig auch überaus kompliziert. Wir leben in einer reizüberfluteten Welt und viele Mechanismen laufen einfach nur noch auf Autopilot. Wir bilden Gewohnheiten und stopfen uns das Essen im wahrsten Sinne des Wortes einfach rein. Nebenbei läuft noch der Fernseher und es wird auf dem Smartphone rumgetippt (übrigens funktioniert Multitasking genauso wenig). Irgendwann realisieren wir, dass wir zu viel Gewicht auf den Rippen haben. Unsere Körpersignale haben aufgehört Feedback zu geben. Was also tun wir? Wir folgen einer Diät um abzunehmen. Wir folgen einem strikten Plan, der unser bisher gewohntes Verhalten völlig aus dem Konzept bringt. Step by Step ist hier leider oft fehl am Platz.

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Die Diäten lassen dabei den wichtigsten Faktor außen vor, die Quelle unseres Ernährungsverhaltens. Übergewicht und Co. geht viel tiefer als nur auf die Nahrungsmittelebene. Vielmehr befinden wir uns auf psychologischer Ebene und müssen auch genau an dieser Stelle ansetzen bevor wir irgendwelche Modifizierungen an unserem Ernährungsverhalten vornehmen. Genauer gesagt heißt das herauszufinden, was die Auslöser für unser Ernährungsverhalten sind. Welche Emotionen bewirken den Drang nach Snacks am Abend, ist es Stress, Langeweile oder Frust? Was sind also die Auslöser für den Griff zum Kühlschrank?

Wie ihr seht macht die psychologische Komponente das Thema wesentlich komplexer. Aber um nachhaltig Erfolge erzielen zu können, muss man sich seiner Schwächen und entsprechenden Reaktionen bewusst sein. Hat man erst einmal dieses Basiswissen über sich selbst geschaffen kann man nach und nach die alten Gewohnheiten durch neue Alternativen ersetzen. Das schöne ist nämlich, dass Gewohnheiten erlernbar und daher auch wieder verlernbar sind. Komme ich also in eine Situation die ich mit Essen ausgleichen möchte, frage ich mich nun, was will ich in diesem Moment eigentlich wirklich? Was würde mich wirklich glücklich machen? Wäre es die Gesellschaft der Freunde, wäre es ein Spaziergang an der frischen Luft oder einfach mal ne Runde auf den Boxsack zu schlagen? Essen wird es in den meisten Fällen jedoch nicht sein. Habe ich also zum Beispiel Frust, kann ich mich im Fitnessstudio oder am Boxsack abreagieren. Habe ich Stress, kann ich einen langen Spaziergang machen, ein heißes Bad nehmen oder eine Runde meditieren. Habe ich Langeweile, suche ich mir eine Beschäftigung die mir Spaß macht oder besuche Freunde und Familie. Wie ihr seht gibt es für jede Situation eine entsprechende und vor allem gesündere Alternative.

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Hat man also erst einmal seine Trigger herausgefunden und ersetzt diese durch gesunde Alternativen, so hat man bereits den wichtigsten Hebel für einen nachhaltigen Erfolg in Bewegung gesetzt. Der nächste Schritt wäre dann das eigene Ernährungsverhalten Step by Step zu modifizieren. Man schaut sich also das aktuelle Verhalten und sucht nach den Schwachstellen im eigenen System. Beispielsweiße fällt auf, dass sehr viel Cola, Schokolade und Spaghetti Carbonara im Laufe einer Woche verzehrt wird. Woche für Woche reduziert man den Konsum und baut immer mehr gesunde Lebensmittel-Bausteine mit ein. Die Schnelligkeit richtet sich dabei an dem eigenen Wohlbefinden aus. Wichtig ist nicht auf rigide Verbote sondern auf eine flexible Gestaltung zu setzen. Außerdem muss das Ganze natürlich auch realistisch sein, von heute auf morgen von Fertigkost auf Gemüse und Obst umzusteigen funktioniert nämlich nicht.

Ich hoffe ich konnte euch einen zwar kleinen, aber etwas feineren Einblick in das Thema Diäten und unser Ernährungsverhalten geben. Natürlich ist dies ein nur wirklich kleiner Ausschnitt des Ganzen, aber ich denke es reicht aus, um das Diäten-Dasein zu hinterfragen und eine passende Lösung für sich zu finden.

Ihr könnt mich natürlich auch jederzeit gerne bezüglich Ernährungsfragen und Ernährungsplanung kontaktieren.

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