Eine Beere, ein Wundermittel, dass auf einer Expedition entdeckt worden ist. Sie soll nicht nur klassischen Zivilisationskrankheiten vorbeugen, sondern auch bei der Behandlung von Krebs und Depression helfen. Die Beere, ein sogenanntes Superfood.

Sie werden als die neuen Wunderheiler angepriesen und haben Eigenschaften die über die herkömmlicher Lebensmittel hinausgehen sollen. Superfoods sind Medizin aus der Natur in Form von Lebensmitteln. Sie beugen vor, stärken und tragen zu einer nachhaltigen Gesundheit bei.

Doch was ist an diesen Superfoods wirklich dran? In diesem Artikel möchten wir eine kritische Betrachtung auf das Thema einnehmen. Denn sucht man nach Bezugsquellen wird man oft nicht fündig oder stößt auf unglaubwürdige Quellen. Story´s wie die der Wunderbeere sind derzeit aber dennoch Gang und Gebe, sie überschwemmen den Fitnessmarkt und sind inzwischen in den Boulevardzeitungen angekommen.

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Auch wenn Superfoods wie Kakaobohnen, Erdmandeln, Acai-Beeren oder Chlorella-Algen das Wundermittel schlechthin sein sollen, so ist es doch verwunderlich, dass sich diese kaum mehr als ein paar Monate in den Schlagzeilen halten können.

Ein schönes Beispiel ist der Noni-Saft. Auch er war einst ein Superfood in den Schlagzeilen der Medien und sollte gegen Diabetes, Krebs und Co. helfen. Blöderweise wurde 2001 aber der Vertrieb eingestellt, da die Unwirksamkeit im Bezug auf die Heilversprechen nachgewiesen wurde. Zwar befindet er sich nun wieder im Umlauf, aber diesmal ganz ohne Heilversprechen.

Durchaus interessant ist auch eine Studie des Fachjournals Preventing Chronic Disease. Hier wurden eine Vielzahl von Obst- und Gemüsesorten unter die Lupe genommen, um die gesündesten zu küren. Messlatte waren dabei 17 Inhaltsstoffe. Unter den Top 10 platzierten sich allerdings keine Superfoods, sondern Brunnenkresse, Chinakohl, Mangold, Rote Beete und Spinat. Auf die Studie regnete es selbstverständlich Kritik, insbesondere da keine Berücksichtigung der sekundären Pflanzenstoffe stattfand. Ob diese überhaupt wirken, ist bis heute auch noch nicht hinreichend bekannt.

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Um noch ein paar weitere Beispiele anzuführen: Potentielle Schadstoffbelastung bei Goji-Beeren (Pestizidrückstände), eine mögliche Blockierung der Aufnahme von Mineralstoffen durch Amanranth, das reizen der Darmschleimhaut durch die Saponine in Chia-Samen. In so einem Fall sehen die Superfoods dann nicht mehr also günstig aus.

Was aber nun? Fakt ist, eine weitgehend naturbelassene und abwechslungsreiche Ernährung aus frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln ist der wahre Schlüssel zum Erfolg. Wer sich so ernährt, kann getrost auf die teuren Superfoods verzichten. Der Geldbeutel wird sich freuen, aber auch der Umwelt würde dies zu Gute kommen. Schließlich wachsen die gesunden Lebensmittel praktisch vor der Haustür.

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Wir fordern daher jeden dazu auf, sich etwas kritischer mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Sehr gerne könnt ihr auch direkt eure Meinungen unter diesen Blogpost schreiben und mit uns über das Thema diskutieren.

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